

In diesem Jahr feiern wir 25 Jahre Stiftung Leuchtfeuer. Was 2001 begann, ist über die Jahre zu einer Stiftung mit vielen Angeboten und Standorten in ganz Deutschland gewachsen. Möglich gemacht haben das viele: allen voran unsere Mitarbeitenden, Jugendämter, Kommunen, Fachkräfte, Familien und ein großes Netzwerk an Wegbegleiter*innen. Zum Jubiläum schauen wir zurück auf das Erreichte – und nach vorn auf das, was noch kommt.
Es gibt Kinder und Jugendliche, bei denen Gruppenangebote oder andere Angebote aus unserem Sozialsystem nicht funktionieren. Die Stiftung Leuchtfeuer hat den Anspruch, für genau diese Kinder da zu sein.
– Jan Kruse, Vorstand
Der Leitgedanke der Stiftung ist: Jedes Kind braucht einen sicheren Ort, an dem es wachsen kann und gehört wird. Aus diesem Grund setzen wir uns täglich für junge Menschen und ihre Familien ein, damit sie ihr Leben im gesellschaftlichen Rahmen selbstbestimmt gestalten können. Wir geben den Interessen und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen Raum, Gewicht und eine Stimme.
Dabei zählt für uns vor allem eines: eine verlässliche Beziehung zu einem Menschen, der bleibt. Nicht das perfekte Konzept bringt ein Kind weiter, sondern jemand, der wirklich da ist. Mit unseren individualpädagogischen Angeboten bieten wir jungen Menschen Orientierung in stürmischen Zeiten.
Unsere Geschichte beginnt auf dem Wasser. 1986 kam Peer Salström-Leyh als Urlaubsvertretung an Bord eines Segelschiffs, das mit Jugendlichen unterwegs war. Aus der Aushilfe wurden mehrere Jahre in der Jugendhilfe – eine Zeit, die ihn prägte, nicht zuletzt durch seinen Mentor Klaus Freudenhammer. 1993 gründete er das Algarve-Projekt, zunächst als Experiment, in dem er seine eigenen pädagogischen Ideen verwirklichen konnte. Dieses individualpädagogische Angebot für junge Menschen in Deutschland und Portugal war so erfolgreich, dass daraus 2001 die Stiftung Leuchtfeuer entstand.
Der Name Leuchtfeuer ist kein Zufall. Ein Leuchtfeuer gibt Orientierung – und genau das wollen wir jungen Menschen anbieten: ein verlässlicher Punkt, der zeigt, welche Wege es gibt, und der bleibt, wenn es schwierig wird.
Zum Herzstück wurden die Leuchtfeuerfamilien – Erziehungsstellen, in denen eine pädagogische Fachkraft ein Kind oder eine*n Jugendliche*n in den eigenen Haushalt aufnimmt und über viele Jahre begleitet. Nach und nach kamen weitere Angebote dazu: Reise- und Time-out-Projekte, die Arbeit mit beruflich reisenden Familien (etwa aus dem Zirkus) und eine Integrative Wohngruppe, in der geflüchtete und einheimische Jugendliche zusammenleben. Mit dem Netz|Werk, unserem Kompetenzzentrum für Seelische Familiengesundheit, unterstützen wir außerdem Familien, in denen ein Elternteil psychisch krank ist – mit Gruppen für Eltern und Kinder und kostenloser Beratung.
Mit den Jahren ist aus der Stiftung eine ganze Gruppe geworden. Den Anfang machte 2015 die Leuchtfeuer Heimspiel gGmbH. Sie ist heute unsere größte Tochtergesellschaft und hilft Jugendlichen im Rheinland und im Ruhrgebiet – in diesem Jahr feiert sie selbst ihr zehnjähriges Bestehen. 2025 kamen drei weitere dazu: AHOI Leuchtfeuer gGmbH mit ambulanten und teilstationären Hilfen in Köln und Bonn, NEXT Leuchtfeuer gGmbH mit geschlechtsspezifischen stationären Angeboten für Mädchen, junge Frauen und FLINTA*-Personen und RUHEPOL Sicherheit mit Sicherheitsdienstleistungen für die Sozialwirtschaft. Zusammen sind sie heute die Leuchtfeuer-Gruppe – mit bald 400 festen und vielen freien Mitarbeitenden an neun Standorten in ganz Deutschland.
Der Bedarf ist groß. Laut der COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf hat in Deutschland weiterhin mehr als jedes fünfte Kind psychische Probleme – deutlich mehr als vor der Pandemie. Gleichzeitig wird das Geld in der Jugendhilfe knapper. Gerade deshalb bleiben wir verlässlich an unserem Platz.
Ende Juni feiern wir unser Jubiläum gemeinsam mit den Menschen, die Leuchtfeuer ausmachen: den Leuchtfeuerfamilien und ihren Kindern, den Klient*innen, den Mitarbeitenden und vielen langjährigen Wegbegleiter*innen. Dass wir genau mit ihnen feiern, ist kein Zufall – sie sind es, die unsere Arbeit jeden Tag tragen. Einen Rückblick auf das Fest, mit Bildern und Stimmen, zeigen wir danach hier auf der Website.
„Ohne diese Menschen wäre 25 Jahre Stiftungsarbeit nicht möglich.“
– Peer Salström-Leyh, Stifter
Und wir machen weiter. Wir bauen unsere Angebote aus und gehen dort neue Wege, wo die alten nicht mehr reichen. Wenn Sie unsere Arbeit kennenlernen oder mit uns in Kontakt bleiben möchten: Sprechen Sie uns gern an.