„Hereinspaziert“: Ein Blick in unsere Mutter-Kind-Gruppen in Köln Chorweiler

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„Hereinspaziert“: Ein Blick in unsere Mutter-Kind-Gruppen in Köln Chorweiler

Seit vielen Jahren werden über das Jugendamt Köln Chorweiler die Mutter-Kind-Gruppen finanziert, die durch zwei erfahrene Mitarbeiterinnen der Stiftung betreut werden. Das Angebot findet zweimal wöchentlich im Familienzentrum Köln-Seeberg statt. Durch das kontinuierliche und jahrelange Bestehen der Gruppen werden die Mütter durch Empfehlungen und Mund-zu-Mund-Propaganda auf das Angebot aufmerksam. Zeitweise gibt es so viele Anfragen, dass mit einer Warteliste gearbeitet werden muss.

Das Angebot hört auf den einladenden Namen „Hereinspaziert“ und öffnet seine Pforten jeweils montags und mittwochs ab 9.30 Uhr. Bis zu 10 Kinder zwischen 1 und 3 Jahren trippeln - meist mit ihren Mamas - durch den langen Flur und entern den Gruppenraum. Die Betreuerinnen sind schon da, haben den Raum hergerichtet und für Getränke gesorgt. Die meisten Gruppenteilnehmerinnen bringen einen Migrationshintergrund mit, stammen z.B. aus der Türkei, Tunesien, Marokko, dem Iran oder dem Irak. Damit sich niemand ausgeschlossen fühlt, wird in der Gruppe wird Deutsch gesprochen. In dem geschützten Raum gelingt es den Müttern, trotz teilweise mangelnder Sprachkenntnisse ihre Scheu zu überwinden und auf Deutsch miteinander zu kommunizieren.

Während die Mamas bei einem warmen Getränk erst einmal ankommen, probieren sich die Kleinen aus. Sie klettern, spielen, streiten und lachen. Wenn alle da sind, wird gesungen, erzählt und gemeinsam um den Kindertisch herum gefrühstückt. Auch kleinere und größere Feste werden gefeiert. Heikle Themen zu Familienalltag, Erziehung und Entwicklung der Kinder bleiben im geschützten Raum der Gruppe gut bewahrt. Ideen werden geboren, das Bewusstsein für gesellschaftliche und soziale Themen wird sensibilisiert und geschärft. Die Teilnehmerinnen nehmen die eigene Rolle als Mutter und Frau in den Blick, denken über die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Erziehung sowie die damit verbundene Rollenverteilung nach und diskutieren strittige Themen, wie z. B. die Impfpflicht. Stets im Fokus bleiben dabei die Kinder.

Manchmal findet in der Gruppe Erziehungsberatung statt. Das Vertrauen zueinander ist groß, und die Mütter selbst bringen aus eigener Erfahrung Ideen zum Umgang mit herausfordernden Erziehungs-und Alltagssituationen ein. Um gegebenenfalls entwicklungsfördernd einzuwirken, werden die Mütter im Bedarfsfall beraten, weitere Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Seit Mitte März ist durch die Corona-Pandemie alles anders. Gruppenangebote dürfen im Familienzentrum nicht stattfinden. Stattdessen gibt es nun einen virtuellen Raum, in dem es heißt „Hereinspaziert“, wer zur Gruppe gehört. Er ist täglich zwischen 10 und 11 Uhr geöffnet. Die beiden Gruppenleiterinnen sind in dieser Zeit erreichbar, um Fragen zu beantworten, Sorgen zu teilen, per Videochat zu singen, Spielideen und hilfreiche Links weiterzugeben oder einfach, um „Hallo!“ zu sagen. Die Gruppe bleibt auf diese Weise in Kontakt und im Austausch. Alle hoffen darauf, dass der direkte Kontakt zueinander bald wiederaufgenommen werden kann.